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Schwerpunkte der Seelsorgearbeit:

Onkologische Kinderstation

Seelsorge in der Kinderonkologie ist zeitintensiv. Sie hat als Adressaten zum einen die Kinder und Jugendlichen, zum anderen Eltern, Geschwisterkinder und Großeltern, sofern sie auf Station zu Besuch kommen und, nicht zu vergessen: Das Angebot der Seelsorge gilt auch für das Stationspersonal.

Zur Aufgabe gehört in der Regel ein täglicher Rundgang über Station. Für Kinder, die soweit "fit" sind, dass sie ins Spielzimmer können, gibt es dort ein reichhaltiges Angebot seitens der Erzieherin. Mitspieler, vor allem solche, die gut verlieren können, sind allerdings immer gefragt.

Kinder, die wegen zu niedriger Leukozytenwerte in "Umkehrisolierung" sind oder wegen einer Infektion im Zimmer bleiben müssen, brauchen dort besondere Zuwendung. Meist herrscht Kittel- und Mundschutzpflicht. Je länger die Isolierung, desto nötiger sind die Besuche. Und die Aufmerksamkeit muss zwischen meist schlecht gelauntem Patienten und besorgten oder genervten Eltern aufgeteilt werden.

Einzelgespräche mit Eltern sind vor allem dann möglich, wenn die Kinder schlafen oder beschäftigt sind – durch Kunst- oder Musiktherapie. Das erfordert natürlich entsprechende Absprachen und viel Präsenz im Stationsalltag.

Dienstags findet von 12.00 bis 13.00 Uhr eine interdisziplinäre Stationsbesprechung statt, bei der über die gerade anwesenden Kinder und die Problematik der Behandlung, bzw. der sozialen Situation gesprochen wird und Ziele erarbeitet werden. Diese Zusammenarbeit im Team ist besonders wichtig und will gepflegt sein.

Wenn Kinder zwischen den "Chemoblöcken" zuhause sind, kommen sie doch regelmäßig zu Blutabnahmen in die Ambulanz und ins Labor. Das "zufällige" Treffen dort ist eingeplant .

Wenn Kinder zur Knochenmarkstransplantation nach Freiburg verlegt werden, besteht der Kontakt zur Kollegin vor Ort. Oft bleibt man aber auch in Briefkontakt, neuerdings per e-mail.

Seelsorge auf dieser Station ist eben Beziehungsarbeit. Vor allem, wenn Kinder ein Rezidiv bekommen und die ganze Prozedur von vorne losgeht. Beim zweiten Mal ist es viel schwerer auszuhalten als beim ersten Mal. Da hilft die Kontinuität in der Begleitung. Auch und vor allem, wenn trotz aller Bemühungen die Behandlung nichts bringt. Die Seelsorge bekommt in der Sterbebegleitung noch einmal einen ganz anderen Stellenwert.

 

Palliativstation

Patientinnen und Patienten werden auf der Palliativstation ganz klar mit der Endlichkeit ihres Lebens konfrontiert. Im Zusammenspiel mit anderen Berufsgruppen sind wir von der Seelsorge (beide Konfessionen sind hier vertreten) vor allem in der Aufarbeitung der Lebensgeschichte, bei Fragen nach dem Sinn und nach dem "danach" nötig. Rituale bekommen mehr Gewicht.

Durch die Vielzahl der Angebote ist hier sowohl Präsenz als auch Spontaneität gefragt. Je nachdem, wann die Angehörigen zu Besuch kommen, muss auch mal am Abend oder am Wochenende jemand von uns da sein.

Rufbereitschaft des Nachts – vor allem für Sterbende und ihre Familien – zeichnet die Seelsorge vor den anderen Disziplinen aus und entlastet Pflegende und Ärzte. Die hohe Zahl der Sterbefälle und die Intensität der Begleitung fordern das Klinikpersonal in besonderer Weise. Auch hier ist Seelsorge wichtig.

Die Gedenkgottesdienste für Verstorbene der Station, zweimal im Jahr, zu denen Angehörige eingeladen und die vom ganzen Team mitgestaltet werden, bieten Gelegenheit, das "Tun" noch in einem anderen Licht zu bedenken.

Einmal pro Woche findet eine eineinhalbstündige, interdisziplinäre Runde zum Austausch über einzelne Patienten, ihre Behandlung und geplante Ziele statt.

Alle sechs Wochen hat das Stationsteam Supervision, an der auch die Seelsorge teilnimmt.

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