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Arbeit mit und für die Menschen in Haft

von Christina Müller

Gefängnisseelsorger Karl-Heinz Dümmig geht am 30. September in den Ruhestand / Interview bei Baden-TV

Die Menschen, mit denen Karl-Heinz Dümmig beruflich zu tun hat, sind in einer besonderen und äußerst schwierigen Lebenslage. Sie befinden sich im Gefängnis, sind bereits zu Haftstrafen verurteilt oder sitzen in Untersuchungshaft. Der 65jährige steht ihnen als Seelsorger und Gesprächspartner zur Verfügung und arbeitet seit 26 Jahren in diesem Beruf. Dümmig ist in den Justizvollzugsanstalten in Karlsruhe, Rastatt und Kislau tätig, hat aber auch schon in der JVA in Pforzheim gearbeitet. Ein Dienst, der viel Kraft und Besonnenheit erfordert, die der Diplom-Religionspädagoge und ausgebildete Supervisor gerne aufbringt. "Das Leben der Menschen hinter Gittern ist aus den Fugen geraten, Ängste und die Fragen was sie im Gefängnis und nach der Freilassung "draußen" erwartet, stehen oftmals im Mittelpunkt von Gesprächen", erklärt Dümmig.

Im Strafvollzug gebe es genug Zeit sich darüber Gedanken zu machen, über die Straftat(en), über die Opfer und Angehörigen aber auch über sich selbst. "Hält mein (Ehe)Partner noch zu mir?", "Bekomme ich wieder einen Job?", "Kann es mir gelingen den Kontakt zu meinen Kindern und Freunden aufrecht zu erhalten?", das seien Fragen, die Häftlinge haben und mit ihm besprechen. "Das ist eine Arbeit mit den Menschen und für die Menschen hier in Haft und mir ist die Begegnung mit ihnen auf Augenhöhe sehr wichtig", bilanziert Karl-Heinz Dümmig. Den Menschen zu sehen und nicht nur die Straftat, die er begangen hat, darum gehe es in und bei seinem Beruf.

Nicht nur die Häftlinge bräuchten Unterstützung, auch Familienmitglieder und die Mitarbeiter in den Strafvollzugsanstalten. "Wenn sie den Wunsch haben, mit mir über ihre Sorgen, Ängste und ihre Gefühlslage zu sprechen, können sie mich gerne kontaktieren." Sein christlicher Glaube habe ihn im seinem Leben und Arbeitsleben getragen und ihm Kraft gegeben, erklärt der Seelsorger. Viel Unterstützung hat er, wie er sagt, auch von den Anstaltsleitungen und den dortigen Mitarbeitern bekommen, und auch von den katholischen Amtskollegen bekommen, sagt der Ehemann, Vater von zwei Söhnen und Großvater von zwei Enkeln.

Während seiner Dienstzeit hat Karl-Heinz Dümmig einiges im Bereich der Gefängnisseelsorge bewegt. "Wir haben hier seit Jahren einen Chor, in dem Gefangene und Sangesbegeisterte von draußen mitsingen", erklärt er. Das Projekt haben er und sein katholischer Kollege Michael Drescher ins Leben gerufen und es wurde, im Rahmen des Ehrenamtswettbewerb des Landes Baden-Württemberg, ausgezeichnet. "Durch das Singen im Chor erhalten die Insassen eine andere Perspektive, richten ihre Gedanken auf die Musik, die ihnen gut tut, und auch die Sänger, die zu den Proben in die JVA kommen, haben große Freude daran."

Noch bis Ende September arbeitet der Gefängnisseelsorger mit und für die Menschen, die sich in Haft befinden.  

Karl-Heinz Dümmig war Ende Juni zu Gast beim Talk von Baden-TV und war im Gespräch mit Andreas Eisinger. Den Fernsehbeitrag können sich Interessierte hier ansehen.

Noch bis Ende September arbeitet Karl-Heinz Dümmig als Gefängnisseelsorger und geht dann in den Ruhestand. Es sei eine Arbeit mit den Menschen in Haft und für sie, erklärt der 65jährige Diplom-Religionspädagoge und ausgebildete Supervisor.


Bericht und Foto: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

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