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Für Jugendliche sind Hölle und Teufel ein Thema - Drei Fragen an Seelsorgerin Beate Lessle-Rauter

epd-Gespräch: Leonie Mielke

 

Karlsruhe (epd). Die Evangelische Kirche in Karlsruhe erweitert wegen des großen Bedarfs die Seelsorge in der Kinderklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe. Der Evangelische Pressdienst (epd) sprach mit der Seelsorgerin Beate Lessle-Rauter, die seit 28 Jahren kranke Kinder in der Onkologiestation begleitet und mit ihnen über Gott und die Welt diskutiert.

epd: Was machen Sie in Ihrer täglichen Arbeit?

Lessle-Rauter: Ich bin auf vielen Stationen unterwegs, zum Beispiel auch in der Frauenklinik und der Palliativstation. In der Kinderonkologie versuche ich für die Familien da zu sein. Für die Eltern bin ich eine Ansprechpartnerin, der sie bedrängende Fragen stellen, bei der sie sich aber auch mal fallenlassen können. Für die Kinder, die sich in ihren Zimmern oft langweilen, bin ich gerne auch Spielkameradin. Ich lese vor, erzähle Witze, manchmal schauen wir auch eine DVD. Bei Jugendlichen ist es oft gar nicht so einfach "anzukommen". Umso mehr freue ich mich, wenn mir das gelingt. Sie stellen mehr die Frage nach dem ?Warum? - Warum gerade ich? Warum gerade jetzt? Warum gerade so?? Einige denken auch darüber nach, ob es eine Hölle gibt oder den Teufel. Da kann ich oft nur dabei helfen herauszufinden, welche Ängste dahinterstehen und ihnen meine Überzeugung, dass wir alle in Gottes Hand aufgehoben sind, zu vermitteln versuchen.

epd: Was war Ihr berührendstes Erlebnis?

Lessle-Rauter: Ein achtjähriges Mädchen hat, nachdem sie wieder gesund geworden war, zu mir gesagt: ?Wenn ich nicht krank geworden wäre, hätte ich Dich nicht kennengelernt.? Das war schön und traurig zugleich. Schwierig ist es, wenn ein Kind stirbt, das geht allen auf der Station an die Substanz. Ich setze mich in solchen Situationen eine Weile in die Klinikkapelle oder verbringe einen Abend zum persönlichen Verabschieden und Trauern mit der Kinderpsychologin des Klinikums, die eine gute Freundin von mir ist.

epd: Haben Sie oft noch Kontakt mit den Kindern, die gesund geworden sind?

Lessle-Rauter: Ja, ich schreibe den Kindern zu Geburtstagen, an Weihnachten oder schicke ihnen eine Postkarte aus dem Urlaub. Mit den Älteren bleibe ich auch über E-Mail in Kontakt. Das kann sich schon über einen längeren Zeitraum hinziehen. Ich treffe aber auch heute noch gerne "Ehemalige" - auch von den Eltern -, die bei uns in der Klinik waren.

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