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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm vor Karlsruher Bundesjustiz

Liberaler Rechtsstaat "ungeheuer kostbar"

Für ihn gehören die öffentliche Auseinandersetzung mit Religion und das Modell einer "öffentlichen Religion" zu den stabilisierenden Faktoren einer Demokratie. Dafür zitierte Bedford-Strohm unter anderen den Philosophen Jürgen Habermas und den Soziologen Hans Joas. In seiner Grundsubstanz lebe der Staat von der Vitalität von Traditionen, die seinen humanen Charakter über rechtliche Regelungen hinaus mit Leben füllen, so der EKD-Ratsvorsitzende. Deswegen sei es "so weise, wenn er die öffentliche Rolle der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften ausdrücklich bejaht, wie das in unserem Grundgesetz der Fall ist". Dass fundamentalistische Formen von Tradition keine öffentliche Finanzierung verdienten, verstehe sich von selbst, denn sie stärkten nicht den übergreifenden Konsens, sondern sie sabotierten ihn.

Für Erzbischof Stephan Burger ist es in diesem Zusammenhang unverzichtbar, "dass die großen gesellschaftlichen Kräfte, die sich zur freiheitlichen Demokratie bekennen, beieinander bleiben, und dass sie miteinander und mit den Organen des Staates im Gespräch sind und sich nicht auseinanderdividieren lassen." Auch der Erzbischof erklärte die Bereitschaft der Kirchen, "ihren Beitrag zum Miteinander in der demokratischen staatlichen Gemeinschaft zu leisten und die humanisierenden Ressourcen, die der Glaube bereithält, in das Leben der Gesellschaft einzubringen."

Seit 2007 ermöglicht das Foyer "Kirche und Recht" in Karlsruhe einen regelmäßigen Dialog zwischen Kirche und Recht über grundlegende gesellschaftliche Themen wie den Umgang mit Flüchtlingen, die soziale Gestaltung Europas oder die Familienpolitik. "Mit dem Jahresempfang wollen wir diesen Impuls stärken und deutlich machen, dass die evangelische und die katholische Kirche – die Erzdiözese Freiburg und die badische Landeskirche handeln hier stellvertretend für die deutschen Diözesen und Landeskirchen – dass beide großen Kirchen an einem stetigen und konstruktiven Austausch mit Ihnen, den Vertreterinnen und Vertretern der höchsten Gerichte interessiert sind", hatte zu Beginn der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh betont.
 
Doris Banzhaf - Chefin vom Dienst im Zentrum für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche

Foto: Norbert Neetz, Evangelischer Pressedienst (epd)

Die Rede des EKD-Ratsvorsitzenden können Sie hier herunterladen (PDF-Datei)

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