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Ein bisschen Heimat im Bahnhof – durch die Arbeit der Bahnhofsmission

von Christina Müller

Enthüllung von 'Heiner', einer von insgesamt 22 Lutherbüsten im Rahmen des Kunstprojekts "Luther – einer von uns"

(Karlsruhe, 28. April 2017) In der Karlsruher Bahnhofshalle ist heute Nachmittag alles so, wie immer. Menschen mit Koffern sind unterwegs zu den Bahngleisen, der Blick fällt auf die Anzeigetafel mit den Abfahrten, manche kaufen noch etwas zu essen oder zu trinken oder eine Zeitschrift. Aber heute Nachmittag ist etwas anders als sonst. Posaunenmusik, Liedblätter werden verteilt und ein Stand der Bahnhofsmission ist aufgebaut. Die Evangelische Kirche in Karlsruhe lädt zu einem Kurz-Gottesdienst ein. Susanne Daferner, Leiterin der Bahnhofsmission und der frühere Dekan der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, Otto Vogel, der Vorsitzender des Fördervereins der Bahnhofsmision ist, begrüßen die Besucher zu Beginn der Feier weisen darauf hin, dass später eine weitere Luther-Büste enthüllt wird, die ab sofort im Karlsruher Hauptbahnhof steht. Im Rahmen des Kunstprojekts "Luther, einer von uns", das die Evangelische Kirche im Rahmen des Reformationsjubiläums veranstaltet und einlädt, hat der Berliner Künstler den Kopf von 'Heiner' in Ton modelliert. "'Heiner' ist oft zu Gast hier im Bahnhof, kennt die Bahnhofsmission, hat Kontakt mit den Mitarbeitern und hat dadurch hier ein bisschen Heimat gefunden. Auch in ihm steckt ein Luther", sagte Pfarrer Dirk Keller von der Stadtkirche Karlsruhe im Gottesdienst, den er gemeinsam mit Erhard Bechtold, Dekanstellvertreter der Katholischen Kirche in Karlsruhe hält. Er spricht 'Heiner', der selbst nicht anwesend ist, seinen Dank aus. "Er hat uns, wie die 21 anderen Karlsruher Modell gestanden und so konnte das Projekt realisiert werden", so Keller. Das seien alles Menschen, die wichtig in und für die Stadt sind und die hier Gutes tun. Erhard Bechtold weist ebenfalls auf die "wertvolle Arbeit der Bahnhofsmission" hier vor Ort hin. "Es kann keinen Glauben und entsprechend keinen Gottesdienst geben, wenn es keine Caritas und keine Diakonie, keine Nächstenliebe gibt", betont Bechtold. Und die Bahnhofsmission sei für die Menschen da, biete ihnen Hilfe und Gespräch an. Prof. Dr. Wilfried Härle, Karlsruher Lutherbotschafter, ging in der Feier auf das Reisen ein. "Reisen hatten auch in Luther's Zeiten eine große Bedeutung." Und er machte auf die Reise des Reformators im Jahr 1505 aufmerksam und in das Gewitter, in das Luther währenddessen kam, nachdem er beschloss Mönch zu werden. "Für manche ist der Bahnhof wie ein Zuhause, weil sie keinen Ort haben, an dem sie sich wohlfühlen", so Härle. Die Bahnhofsmission sei vor Ort, biete den Reisenden eine Tasse Kaffee an, sorge für die Menschen. "Wenn es die Bahnhofsmission nicht gäbe, müsste man sie erfinden", machte der Theologe deutlich. Sehr dankbar für die Arbeit der Organisation vor Ort ist auch der Bahnhofsmanager Hans-Jürgen Vogt. "Der Bahnhof ist ein Ort des Ab- und Anreisens, ein Ort der Sehnsucht und die Mitarbeiter der Bahnhofsmission sind die 'Blauen Engel' hier vor Ort", erklärte er. Dem stimmt auch Martin Lenz, Sozialbürgermeister der Stadt Karlsruhe, zu. "Der Bahnhof ist eine 'soziale Station' und das ist der Verdienst der Bahnhofsmission. Ihre Arbeit hier geschieht immer im Ruhigen und Stillen", so Lenz. Heute sei der "Tag der Bahnhofsmission" und das bedeute 'großer Bahnhof für das Soziale in unserer Stadt' und das sei gut, schloss der Bürgermeister seine Rede. Anschließend enthüllte er, gemeinsam mit Hans-Jürgen Vogt den 'Heiner' und die Besucher schauten sich die Luther-Büste sehr interessiert an.

Für die Kunstaktion "Luther – einer von uns" hat der Berliner Künstler Harald Birck die Köpfe von insgesamt 22 Personen, die in einer Beziehung zur Stadt Karlsruhe stehen, in Ton modelliert. Diese stehen nun an den unterschiedlichen Orten in der Stadt. Pfarrer Dirk Keller und sein Team von der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe haben die Personen ausgesucht und sie Luther-Zitaten und Themenbereichen wie Arbeit, Trauer, Musik, Kommunikation oder Fürsorge zugeordnet.

Mehr Informationen zu "Luther – einer von uns" finden Sie hier

Informationen zur Bahnhofsmission Karlsruhe und ihrer Arbeit finden Sie hier

Susanne Daferner, die Leiterin der Bahnhofsmission Karlsruhe, begrüßt die Besucher in der Bahnhofshalle

Der Sozialbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Martin Lenz, ist dankbar für die Arbeit der Bahnhofsmission Karlsruhe, durch die der Bahnhof für viele Menschen auch eine 'soziale Station' ist

Auch Bahnhofsmanager Hans-Jürgen Vogt, macht deutlich wie wichtig die Arbeit der 'blauen Engel' hier vor Ort ist

Noch ist sie nicht zu sehen, die Luther-Büste...

Doch nach der Enthüllung durch Hans-Jürgen Vogt und Martin Lenz können alle die Büste betrachten, für die 'Heiner' Modell gesessen hat, der oft zu Gast im Karlsruher Hauptbahnhof ist und Hilfe und Unterstützung von der Bahnhofsmission erhält

Der Posaunenchor aus Karlsruhe-Rüppurr gestaltete die Feier musikalisch mit.


Text und Fotos: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

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