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"In den wichtigen Fragen braucht es Einheit, in den unwichtigen Freiheit und in allen Fragen braucht es Liebe"

von Christina Müller

Unterzeichnung der Charta Oecumenica der evangelischen und katholischen Gemeinden im Osten und Nordosten der Stadt an Himmelfahrt, Donnerstag, 25. Mai in St. Hedwig in der Waldstadt

(Karlsruhe, 29. Mai 2017) Ökumene ist ihnen wichtig und sie leben sie in ihren Pfarrgemeinden in den Stadtteilen, vor Ort: in Gottesdiensten, Gesprächsabenden, bei Vorträgen, Veranstaltungen und Festen, in der Kirchenmusik und vielem mehr. Auch im sozialen Bereich, bei der Unterstützung von älteren und benachteiligten Menschen werde ertragreich zusammengearbeitet und auch bei gemeinsamen Besprechungen sei das der Fall, machten die Verantwortlichen der Gemeinden im ökumenischen Gottesdienst an Himmelfahrt, 25. Mai, in St. Hedwig in der Waldstadt deutlich.

Dies möchten die evangelischen und katholischen Gemeinden in der Oststadt, der Waldstadt, Rintheim und Hagsfeld für sich und die nachfolgenden Generationen garantieren und unterzeichneten eine gemeinsame Rahmenvereinbarung zur ökumenischen Zusammenarbeit. Beteiligt sind die katholische Seelsorgeeinheit Karlsruhe Nord-Ost St. Raphael, die evangelische Luthergemeinde in der Oststadt, die evangelische Emmausgemeinde in der Waldstadt, die evangelische Gemeinde "Zum Guten Hirten" in Rintheim und die evangelische Laurentiusgemeinde in Hagsfeld.

"Wir wollen mit der ökumenischen Charta Zeugnis abgeben und sind dankbar für das, was ökumenisch in unseren Stadtteilen geschieht", sagte Erwin Schmidt, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Karlsruhe Nordost, zu Beginn der Feier in der vollbesetzten Kirche. Dies gerade an Christi Himmelfahrt zu tun habe besondere Bedeutung, denn die Jünger hätten da die Erfahrung des offenen Himmels machen dürfen und in der Weggemeinschaft des Glaubens befänden wir uns als Christen auch heute noch. Pfarrerin Monika Paetzholdt, evangelische Emmausgemeinde Waldstadt, ging im ersten Teil der Predigt auf den Baum ein. "Das Symbol des Baumes hat uns inspiriert und der Prophet Jeremia weist auch darauf hin, dass der Mann, der sich auf den Herrn verlässt gesegnet ist und wie ein Baum ist, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach gewurzelt." Und die Pfarrerin wies in diesem Zusammenhang auf die Baumpflanzung im Anschluss des Gottesdienstes hin, die ein sichtbares Zeichen für die gut gelingende Ökumene in den Stadtteilen sein soll. Pfarrer Micha Willunat, Emmausgemeinde, machte im zweiten Teil der Predigt deutlich, dass es die Taufe ist, die Christen aller Konfessionen miteinander verbindet. Dies sei auch gleich am Anfang der Charta Oecumenica zu lesen. Willunat wies auch darauf hin, dass die Evangelische Kirche in diesem Jahr das 500. Jubiläum der Reformation feiert. "Wir haben uns lange über unsere Unterschiede definiert, doch 500 Jahre Trennung sind genug und wir wollen jetzt gemeinsam gehen. Jesus ist der Stamm unseres gemeinsamen Glaubens", machte er deutlich und führte noch weiter aus: "In den wichtigen Fragen braucht es Einheit, in den unwichtigen Freiheit und in allen Fragen braucht es Liebe."

Die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie ehrenamtliche Vertreter der Gemeinden, Kirchenälteste und Kirchengemeinderäte, unterzeichneten anschließend bei Glockengeläut die Charta oecumenica. Erwin Schmidt hob noch einmal hervor, "dass wir in den Gemeinden bereits ernten konnten, was hier geblüht und gewachsen ist." Wachsen soll und wird auch der Baum, den die Hauptamtlichen anschließend im Außengelände von St. Hedwig pflanzten – der die (immer weiter wachsende) Ökumene vor Ort deutlich macht.

Mit der Vereinbarung setzen die Gemeinden im Gedenkjahr der Reformation ein Zeichen für die Freundschaft und die Zusammenarbeit der Konfessionen. Nachdem in den letzten Jahrzehnten ein vielfältiges ökumenisches Miteinander gewachsen ist, fassen sie das bereits Erreichte zusammen und verpflichten sich zu weiterer Zusammenarbeit. Diese gegenseitige Zusage zur Kooperation wird in Zukunft weiterbestehen und stellt auch einen Auftrag an künftige Verantwortungsträger in den Gemeinden dar.

Die Vereinbarung, die an Christi Himmelfahrt unterzeichnet wurde, ist angelehnt an den Text der Ökumenischen Rahmenvereinbarung, den die Evangelische Landeskirche in Baden und das Erzbistum Freiburg im Jahr 2004 vorgestellt haben. Der allgemein gehaltene Text der Vorlage wurde an einigen Stellen an die Situation in den Gemeinden angepasst und um aktuelle Bezüge erweitert. Ein Anhang gibt anhand konkreter Projekte und Initiativen den derzeitigen Stand der ökumenischen Entwicklung im Karlsruher Nordosten wieder.

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kirche St. Hedwig in der Waldstadt an Christi Himmelfahrt, beim ökumenischen Gottesdienst

Die Hauptamtliche und Verteter der Gemeinden und Pfarrgemeinden unterzeichneten hier die Charta Oecumenica, eine gemeinsame Rahmenvereinbarung zur ökumenischen Zusammenarbeit

Einen Baum, als Zeichen für die wachsende und gedeihende Ökumene vor Ort wurde nach dem Gottesdienst im Außengelände von St. Hedwig gepflanzt.

Alle freuen sich über dieses sichtbare Zeichen

und damit er noch weiter wächst, wird der Baum gleich gegossen

Bunte und vielfältige Ökumene - das machten auch die bunten Gießkannen deutlich

Text: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe und Tobias Tiltscher, Öffentlichkeitsarbeit, Katholische Kirche im Dekanat Karlsruhe
Fotos: Tobias Tiltscher, Öffentlichkeitsarbeit, Katholische Kirche im Dekanat Karlsruhe

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