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"Neue und starke Resonanzen im Geist Christi"

von Christina Müller

Bericht von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh vor der badischen Landessynode

Bad Herrenalb. In seinem Jahresbericht hat der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am heutigen Mittwoch (10.04.2019) in Bad Herrenalb daran erinnert, dass die Kirche "nicht um ihrer selbst willen, sondern im Geist Christi in der Welt unterwegs" sei. Zugleich warb der Landesbischof für das "europäische Friedensprojekt" auch im Geist der christlichen Versöhnung, das "nationale Egoismen um des Friedens willen zurückstellt."

"Nicht die Kirche an sich bewegt die Welt, entscheidend ist, was die Liebe Christi mit uns tut, wie sie wirkt und uns mitnimmt", sagte der Landesbischof. Wo Menschen dies spürten, da gebe es "neue und starke Resonanzen." So berichtete Cornelius-Bundschuh zum Beispiel von Menschen einer Gemeinde, die am Ewigkeitssonntag in alle Häuser ein Licht tragen, "ohne für einen guten Zweck zu sammeln, nur um das Licht Christi weiterzugeben". Damit die "Bewegung, die sich durch Christi Liebe in dieser Welt ausbreitet, ihre Kraft entfalten kann", sei eine gute Gestaltung des konkreten kirchlichen Lebens vor Ort wichtig. Zum Beispiel in Gottesdiensten, im Religionsunterricht, in den kirchlichen Beratungsstellen oder in der Vesperkirche, "bei der sich Menschen unter dem Kreuz Christi treffen, die sich sonst nicht begegnen."

Anteil an der Liebe Christi bekämen die Menschen auch, indem sie "innehalten und der Kraft nachspüren, die in den biblischen Geschichten steckt. Indem sie ihre Zweifel und Hoffnungen mit anderen teilen und gemeinsam um den Glauben ringen." Die Herausforderung der nächsten Jahre liege für die Kirche darin, "neues und Aufbrüche zu wagen in einem die Kirchen und den Weltkreis verbindenden Sinn", erklärte der Landesbischof. Die Kirche müsse "verständlich und ansprechend mit dem Glauben in der Welt präsent sein". Er rief dazu auf, "mehr vom Glauben zu reden, von dem, was uns im Leben und im Sterben trägt, was uns aufrichtet und ausrichtet"; nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Familie, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder in der Nachbarschaft.

Trotz der Verheißung Christi erlebten die Menschen derzeit, dass "ganz andere Mächte und Gewalten" die Welt bewegen. "Die Liebe Christi ringt mit politischen und ökonomischen Interessen, mit einem Lebensstil, der sich am Konsum orientiert", erklärte der Landesbischof. "Manchmal scheinen die Kräfte übermächtig, die unserer Welt den Stempel der Ökonomisierung, der Konkurrenz und der Polarisierung aufdrücken, auch im kirchlichen Leben." Derzeit teilten in Europa "populistische Bewegungen, die aus der Polarisierung leben, die Welt in Gut und Böse" und heizten Konflikte an, warnte Cornelius-Bundschuh. Dabei rücke aus dem Blickfeld, worum es eigentlich in Europa geht: "um die Fähigkeit, um des Friedens willen nationale Egoismen zurückzustellen; um das konsequente Eintreten für persönliche Freiheit und Menschenwürde, um soziale Gerechtigkeit in Europa, aber auch um Verantwortung für die eine Welt."

Als weitere drängende Herausforderungen kirchlichen Handelns in der Welt nannte der Landesbischof die ökologischen Risiken, die Digitalisierung, und den Einsatz für einen gerechten Frieden weltweit.

Weitere Informationen zur Tagung der Frühjahrssynode finden Sie unter www.ekiba.de/landessynode/fruehjahrstagung2019.


Presseinformation der Evangelischen Landeskirche in Baden vom 10. April 2019

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