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"Pluralität ist ein großer Schatz in unserer Gesellschaft"

von Christina Müller

Viele Teilnehmer am Friedensklangweg und dem interreligiösen Friedensgebet am Freitag, 2. Juni und an der Kundgebung und Demonstration in Durlach am Samstag, 3. Juni

(Karlsruhe, 6. Juni 2017) Sich für Frieden, Gerechtigkeit und eine offene Gesellschaft einsetzen, das haben am vergangenen Wochenende tausende Menschen in Karlsruhe auf Straßen und Plätzen getan. Die Evangelische und Katholische in Karlsruhe hatten ebenfalls zu den Veranstaltungen, der Kundgebung und der Demonstration am Samstag, 3. Juni in Durlach eingeladen, die unter dem Motto "Karlsruhe zeigt Flagge – für Toleranz und Vielfalt" standen.

Aber schon am Tag zuvor, am 2. Juni, gab es die Möglichkeit sich öffentlich für Frieden, Demokratie und eine offene Gesellschaft auszusprechen – beim "Friedensklangweg2 und dem interreligiösen Friedensgebet zur Überwindung von Hass und Gewalt vor der katholischen Stadtkirche St. Stephan.

Rund 60 Menschen gingen auf dem "Friedensklangweg" mit, zu dem die Kirchen, gemeinsam mit Muslimen, Buddhisten und Bahá'í, eingeladen hatten und bei dem auf dem ganzen Weg gesungen und gebetet wurde. Gestartet war die Gruppe am Freitagnachmittag um 18.00 Uhr beim Garten der Religionen. Über die Südstadt, den Kronenplatz und Marktplatz kamen sie dann nach zwei Stunden um 20.00 Uhr auf dem Vorplatz von St. Stephan an, zum das interreligiösen Friedensgebet zur Überwindung von Hass und Gewalt. Rund 150 nahmen daran teil. Vertreter aller Religionen sprachen Gebete, oft auch in ihrer Muttersprache, und baten um Frieden und Versöhnung. Kerzen wurden dann in das Labyrinth, das sich vor St. Stephan befindet, gestellt und leuchteten während des Friedensgebets. Auch die Öffentlichkeit nahm das interreligiöse Friedensgebet wahr. Einige Menschen, die in der Innenstadt unterwegs waren, blieben stehen und hörten einige Minuten interessiert zu.

Am Samstag, 3. Juni kamen weit über tausend Menschen um 11.00 Uhr zum Durlacher Bahnhof. Die Stadt Karlsruhe, das "Netzwerk gegen Rechts" in der Stadt und insgesamt 150 Institutionen, Verbände und andere Organisationen hatten zur Kundgebung und Demonstration gegen den Aufmarsch Rechtsextremer am so genannten "Tag der deutschen Zukunft" aufgerufen. Auch die Kirchen baten die Öffentlichkeit um Teilnahme. Die Dekane der Evangelischen und Katholischen Kirche in Karlsruhe, Thomas Schalla und Hubert Streckert, hielten Reden bei der Kundgebung vor dem Durlacher Bahnhof. "Wir stehen hier und müssen hier stehen, weil wir 'Ja' sagen wollen, zu einer offenen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft", sagte Schalla. Er erinnerte an die 'braune Vergangenheit', an Menschen, die in Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und viele mehr. "Wir müssen gegen die Ängste, die von einigen wenigen geschürt werden, angehen, denn Pluralität ist ein großer Schatz in unserer Gesellschaft", machte der Dekan der Evangelischen Kirche in Karlsruhe deutlich. Gott sei ein Gott der Liebe und als Christ habe man die Aufgabe sich für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft einzusetzen. "Wir müssen das tun, und wenn es sein muss jeden Tag", schloss Schalla seine Rede. Dekan Hubert Streckert, Katholische Kirche in Karlsruhe unterstrich das Gesagte. Er machte deutlich was am vergangenen Wochenende gefeiert wurde, nämlich das Pfingstfest. "An Pfingsten ist die Angst vorbei, die die Jünger nach dem Tod Jesu und seiner Auferstehung hatten", erklärte er. Pfingsten sei ein Ereignis, bei dem die Menschen rauskommen, die Kommunikation untereinander funktioniert. "Gut, dass uns der Geist auch heute befeuert", machte Streckert zum Schluss seiner Rede deutlich und richtete seinen Dank auch an rund 3000 Polizisten, die am Samstag ihren Dienst taten und für Sicherheit sorgten.

Hier Eindrücke vom "Friedensklangweg" und dem interreligiösen Friedensgebet am Freitag, 2. Juni und der Demonstration am Samstag, 3. Juni in Durlach

"Friedensklangweg" am Freitag, 2. Juni

 

"Karlsruhe zeigt Flagge – für Toleranz und Vielfalt", bei der Kundgebung am Samstag, 3. Juni am Bahnhof Durlach

Die Dekane der Evangelischen und Katholischen Kirche in Karlsruhe, Thomas Schalla (Foto oben) und Hubert Streckert (unten), hielten eine Rede bei der Kundgebung

Text: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

Fotos: Tobias Tiltscher, Öffentlichkeitsarbeit, Katholische Kirche in Karlsruhe

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