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Raum für Gespräche, Hoffnung, Trauer und gemeinsam Aushalten

von Christina Müller

Einführung von Wiebke Müller in ihr Amt als Klinikseelsorgerin im Städtischen Klinikum Karlsruhe am Sonntag, 22. Januar

(Karlsruhe, 23. Januar 2017) Wiebke Müller hat viel Erfahrung in der Arbeit mit und für Menschen und seit fast zwei Monaten arbeitet die Diplom-Religionspädagogin als Klinikseelsorgerin im Städtischen Klinikum Karlsruhe. Gestern Vormittag wurde sie im ökumenischen Gottesdienst in der Krankenhauskapelle in ihr Amt eingeführt. Auch die Patienten konnten die Feier, die der "Spiritualchor Karlsruhe" musikalisch begleitete auf ihren Zimmern ansehen und anhören. Alle Gottesdienste werden in Ton und Bild übertragen. "Du bist hier um Trost zu spenden, den Patienten, die hier sind, ihren Angehörigen und Freunden, dem Pflegepersonal und allen, die das Gespräch mit dir suchen", sagte Pfarrer Siegfried Weber, Dekanstellvertreter der Evangelischen Kirche in Karlsruhe im Gottesdienst. Ein großes Team arbeite hier im Krankenhaus und Wiebke Müller gehöre jetzt dazu, so Weber weiter, und er freue sich sehr darüber. "Du hast als stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge gearbeitet, bist Supervisorin, warst als Religionslehrerin tätig und bist befähigt für deinen Dienst als Krankenhausseelsorgerin, weil du richtig zuhören kannst und in der Lage bist, ruhig und überlegt einen Standpunkt einzunehmen", hob der Pfarrer hervor. Er wünsche ihr und allen, die in der Klinikseelsorge tätig sind, Rückenwind, für ihre Arbeit und er machte Wiebke Müller klar, dass sie nicht alleine stehe, in ihrem Dienst sondern auch getragen werde, durch ihre Kolleginnen und Kollegen, der Evangelischen und Katholischen Kirche, die mit ihr zusammenarbeiten.

Nach ihrer Beauftragung für den Dienst wurde die 43jährige durch Pfarrer Martin Bantle (Katholische Kirche), Siegfried Weber, Sabine Kast-Streib, Kirchenrätin und geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Seelsorge (ZfS) der Evangelischen Landeskirche in Baden, Thomas Schalla, Dekan der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und ihre Kollegin Christina Clotz-Blankenfeld (Evangelische Kirche), gesegnet.

Nach der Segnung ging Wiebke Müller auf die Arbeit als Klinikseelsorgerin ein. "56 Prozent der Deutschen glauben an Wunder und Wunder haben auch hier eine Bedeutung. Kranke und ihre Angehörige hoffen darauf", so Müller. Es gebe mehr, als wir uns durch unseren Verstand erklären können und das mache auch die Geschichte der Heilung des kranken Kindes im Neuen Testament deutlich. "Ich bewundere diesen Mann, der sein Kind, das krank ist, so liebt und es in das Vertrauen von Jesus Christus gibt", machte die Seelsorgerin deutlich. Die Wunderfrage könne helfen, wenn es darum gehe Neues zu konstruieren, einen anderen Blick und Standpunkt zu entwickeln, erklärte sie. Und die Wunderfrage könne auch ein Tor zur Trauer sein. "Wenn das Wunder ausbleibt, obwohl die Hoffnung und der Glauben noch so groß waren und Menschen weinen, ihre Angehörigen und Freunde vermissen und Abschied von ihnen nehmen müssen, kann das für manche ein Weg sein", erklärte sie. Und auch die Kranken, die hier im Klinikum auf den Zimmern sind und sich mit einer Krankheit und den Diagnosen auseinandersetzen müssten, das sei für sie eine schwere Zeit, in der viel geweint wird. "Es gibt keine Wunderheilungen hier im Städtischen Klinikum aber es gibt Raum für Hoffnung-Geben, sich trösten, sprechen, trauern und das gemeinsame Aushalten", fasste Wiebke Müller am Ende ihrer Predigt zusammen.
 
Mit ihr ins Gespräch kommen und sie begrüßen konnten die Gottesdienstbesucher noch beim anschließenden Empfang. Hier machte Sabine Kast-Streib deutlich wie wichtig die Seelsorge ist. "Wir wissen, dass Gespräche den Patienten helfen beim Gesundwerden und auch beim Akzeptieren von Diagnosen. Und dass auch Angehörige und Fachkräfte, die in den Kliniken arbeiten, dankbar sind, für unser Seelsorge-Angebot", so Kast-Streib. Sie sei sehr dankbar, dass es evangelische und katholische Krankenhausseelsorge in den Kliniken und Krankenhäusern in ganz Baden gebegebe. Dekan Thomas Schalla freut sich, dass Wiebke Müller jetzt zum Hauptamtlichen-Team gehört und hieß sie beim Empfang im Namen der Evangelischen Kirche in Karlsruhe willkommen. "Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen für Ihre Arbeit hier und danke Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer Fachkompetenz um die Patienten hier kümmern."

Am Sonntag, 22. Januar wurde Wiebke Müller im ökumenischen Gottesdienst in der Kapelle des Städtischen Klinikum Karlsruhe in ihr Amt als Krankenhausseelsorgerin eingeführt

Den Segen erhielt sie von Guntmar Huber (Krankenhausseelsorger im Städtischen Klinikum; Katholische Kirche) Dekan Thomas Schalla (Evangelische Kirche in Karlsruhe), Dekanstellvertreter Siegfried Weber (Evangelische Kirche in Karlsruhe) und Sabine Kast-Streib, Direktorin des Zentrum für Seelsorge (ZfS) der Evangelischen Landeskirche in Baden. (v.l.n.r.)


Text: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe
Fotos: Frank Bürger, Fundraising, Evangelische Kirche in Karlsruhe

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